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Gottesanbeterin (Phyllocrania paradoxa)
Beschreibung: Phyllocrania paradoxa ist eine gut getarnte Blattnachahmerin, die viele Loben (Körperanhängsel) besitzt. Sie können braun, rötlich oder schwarz sein, grüne Tiere sind eher selten, aber man findet sie entgegen mancher Aussagen auch in freier Natur, nicht nur bei Nachzuchten.

Äußere Merkmale: Die juvenilen Männchen sind vor allem an den weicheren Lobenformen und an der etwas schlankeren Gestalt zu erkennen. Adulte Geschlechter sind leicht zu unterscheiden; die Männchen sind wesendlich schlanker und besitzen geperlte Fühler, die Flügel überragen den Hinterleib ein Stück. Die Flügel der Weibchen erreichen das Abdomenende gerade mal, ihre Fühler sind dünner als die der Männchen und sie besitzen abstrakte Loben am Hinterleib, die bei den Männchen kleiner und runder sind.

Vorkommen: Phyllocrania paradoxa kommt in weiten Teilen Afrikas vor (Angola, Äthiopien, Tansania, Kamerun, Elfenbeinküste, Kenia, Togo, Uganda, Transvaal, Kong, Guinea u.s.w.) und in Madagaskar.

Größe: Adulte Weibchen werden durchschnittlich 5cm lang, es können aber auch wohlgenährte, größere Tiere auftreten. Männchen werden normalerweise genauso lang wie die Weibchen, aber auch hier kann Riesenwuchs auftreten.

Verhalten: Diese Art ist normalerweise sehr friedlich und droht eher selten. Vor allem Männchen sind manchmal sehr schreckhaft und können selten sogar an einem Schock sterben. Häufiger aber stellen sie sich tot und warten, bis der Auslöser des Schocks verschwunden ist. Weibchen drohen lieber als sich tot zu stellen, aber das wiederum nur selten. Die Jungtiere sollen sogar mehr Appetit zeigen, wenn man sie zusammen hält.

Nahrung: Kleine Jungtiere fressen Fruchtfliegen und Springschwänze, ältere nehmen auch Stuben-, Gold- und Schmeißfliegen, Falter und Motten, Heuschrecken, Heimchen, Spinnen u.s.w..

Haltung: Die Tiere können gemeinschaftlich untergebracht werden, lediglich adulte Männchen und Weibchen sollte man trennen, sie vertragen sich wiederum auch untereinander. Wie schon oben erwähnt, soll die Gemeinschaftshaltung sogar besser als Separierung sein, da die Tiere dann mehr fressen. Das Terrarium kann mit einem nahezu beliebigen Bodengrund ausgestattet sein, feingliedrige Äste sorgen für ein besonderes Wohlbefinden der Tiere. Ein für die Tiere geräumiges Terrarium ist angebracht.

Temperatur: Phyllocrania paradoxa braucht eine Wärmequelle, die einen Teil des Terrariums auf bis zu 30*C erhitzt. Mindestens eine Ecke sollte kühler bleiben, damit die Tiere bei Überhitzung noch einen Ort zum Abkühlen haben. Damit die Luftfeuchtigkeit den Tieren angemessen ist, sprüht man 3 mal pro Woche leicht. Staunässe ist aber zu vermeiden.

Inkubation (Brutdauer): Die Weibchen legen nach der Begattung viele Ootheken in kurzer Zeit. 5-6 Wochen sprüht man die Eier bei 25*C alle 3 Tage ein, dann schlüpfen bis zu 50, meistens aber weniger Nymphen am Morgen, die schwarz sind und Ameisen nachahmen.

Zucht: Die Männchen sind 1, die Weibchen 2 Wochen nach der Imaginalhäutung geschlechtsreif, wobei die Männchen dann zu wendigen Fliegern werden. Das Weibchen sollte aber schon älter sein, da nicht paarungswillige Weibchen die Männchen abwehren und diese manchmal vor Schreck sterben. Paarungswillige Männchen nutzen die Gelegenheit, ein Weibchen zu begatten, sofort. Man sollte genug Platz zur Paarung lassen, damit das Männchen nach der längeren Kopulation flüchten kann. Auf dem Rücken der Partnerin löst das Männchen manchmal seine Fangarme und kopuliert freihändig.

Sonstiges: Die Tiere benutzen selten ihre Fangarme (außer zum Fressen), Männchen sind wie gesagt sehr schreckhaft und Weibchen "betrillern" mit ihren Fühlern manchmal die Luft.

Bild und Text (c) Ulle4327

Bild: (c) Armin Bochtler

 
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