Haltungsbericht Großer Madagasischer Taggecko (Phelsuma madagascariensis grandis)
Allgemeines über  Phelsumen:
Phelsumen  (Taggeckos) leben ausschließlich auf Madagaskar und den umliegenden Inseln. Es gibt 38 Arten und 42 Unterarten, von welchen leider schon zwei ausgestorben sind. Sie sind alle, bis auf eine Ausnahme, (wie der Name schon sagt) tagaktiv, meistens grün gefärbt mit individueller Zeichnung und erreichen eine Größe zwischen 7-10cm und 26cm. Sie haben keine Augenlieder und müssen somit die Augen mit der Zunge befeuchten und reinigen. Am meisten werden wohl die drei Arten Madagasischer Taggecko (Phelsuma madagascariensis grandis), Goldstaub-Taggecko (Phelsuma laticauda) und Augenfleck-Taggecko (Phelsuma quadriocellata) gehalten, gezüchtet und importiert. Eine Besonderheit der Taggeckos ist, dass sie in der Natur Blütennektar fressen und somit wie die Insekten zur Befruchtung einiger Pflanzen beitragen. 
Terrarium:
Ich pflege mein Pärchen Madagasische Taggeckos schon nun seit 2 Jahren. Am Anfang hielt ich sie in einem 100 * 40 * 50cm großen umgebauten Aquarium. Ich habe die Hinterseite abgetrennt um mir eine 90 *5cm große Belüftungsfläche schneiden zu lassen. Die Abdeckung hatte auch eine eben so große Belüftung, und somit wurde das Terrarium ausreichend und gut belüftet. Nach einem  Jahr habe ich mir dann doch ein größeres Terrarium gebaut mit den Maßen 120 * 55 * 100cm. In diesem Terrarium haben die Tiere viel mehr Bewegungsfreiheit und Klettermöglichkeiten und sind förmlich aufgeblüht. Ebenso haben die Pflanzen mehr Platz zum Wachsen und ich konnte Größere einpflanzen. Auch ist ein stärkeres Temperaturgefälle entstanden, was die Tiere ausnutzen. Die Temperaturen schwanken am Tag zwischen 23°C in Bodennähe und 30°C (bis punktuell 35°C) in der oberen Hälfte. In der Nacht fallen sie auf 19°- 23°C. Beheizt wird das Terrarium von zwei Heizkabeln, die 24 Stunden eingeschaltet sind (wobei das eine nur im Winter oder an kühlen Tagen eingeschaltet wird) und drei Spotlampen ( 2 x 60W; 40W). Zu der Beleuchtung kommen noch zwei 30W starke Neonröhren mit UV-Anteil hinzu. Die Luftfeuchtigkeit liegt am Tag um 50 –60% und in der Nacht zwischen 65% und 70%. Das erreiche ich indem ich einen kleines Wassergefäß in den Boden gesenkt habe und am Tag ein bis zwei mal mit lauwarmen, destilliertem Wasser das Terrarium besprühe. Der Bodengrund besteht aus einer Schicht gedüngter Blumenerde, darüber Kompost vermischt mit normalen Mutterboden und schließlich eine Lage Rindenmulch. Die Lage Rindenmulch verringert die Austrocknung der Erde und verhindert, dass die Geckos Erde verschlucken könnten. Der Hintergrund besteht aus dunklem Dachdeckerkork. Er wurde mit einer Raspel bearbeitet, damit er rauher wurde und damit natürlicher wirkt. Die Seiten wurden mit normalen 2mm starken, hellen Kork beklebt. Der Kork ist unbewachst, sieht dennoch nicht sehr natürlich aus. Der Vorteil gegenüber dem dunklen Kork ist, dass er eine glatte Oberfläche aufweist und er deshalb vielmehr von meinen Phelsumen genutzt wird. Das Terrarium wurde mit vielen Kletterästen in verschiedenen Dicken und Längen, mit meist glatter Oberfläche eingerichtet. Die Äste liegen senkrecht und waagerecht vor, so dass sich die Tiere ihre Lieblingsposition aussuchen können. Weiterhin sind zwei dicke Bambusstäbe befestigt worden, die in keinem Phelsumenterrarium fehlen sollten. Bepflanzt wurde das Terrarium mit einer großen Bromelie, eine Yuccapalme, einen großen Farn... . Die Pflanzen werden allerdings nicht als Klettergelegenheit genutzt, sondern viel mehr als Versteckmöglichkeit oder Schattenspender.
Futter:
Es ist darauf zu achten, dass Taggeckos nicht zu viel fressen, da sie sonst schnell fett, träge und fortpflanzungsunlustig werden Ich füttere meine Phelsumen ca. dreimal in der Woche. Zweimal davon gibt es Heimchen, die mit Vitaminpulver bestäubt werden. Manchmal gibt es auch Zophobas, oder speziell im Sommer Nachtfalter, Schmetterlinge, usw. Einmal in der Woche gibt es einen Bananenbrei, bestehend aus einem kleinen Stück Banane, dass zu einem Brei zerquetscht wird, möglichst viel Vitaminpulver und manchmal Honig. Einige Terrariener bieten ihren Tieren auch Marmelade an, allerdings habe ich die eigene Erfahrung gemacht, dass sie mit dem Vitaminpulver gerinnt. Eine andere Möglichkeit wäre Babybrei anzubieten. Ich habe die besten Erfahrungen mit dem ersteren gemacht. Serviert wird der Nektarersatz auf einem kleinen flachen Teller. Von dort aus lecken die Phelsumen den Brei mit ihrer langen Zunge auf. Da Taggeckos jedoch allgemein aggressiv sind, besonders wenn es Futter gibt, verteile ich den Brei immer auf zwei Teller, damit jedes Tier soviel fressen kann wie es will, was sonst nicht der Fall war und unnötige Stresssituationen vermieden werden können. Ab und zu reiche ich meinen Pfleglingen auch puren Honig, den sie von meinem Finger oder von einem Ast lecken. Allerdings sollte man darauf achten, dass man nicht zu viel Honig verfüttert, da Honig dick macht.
Vermehrung:
JungtierAm Anfang habe ich nur selten Paarungsversuche beobachten können, bzw. das Weibchen war entweder noch nicht geschlechtsreif oder es stimmte etwas nicht mit dem Terrarium. Seitdem ich aber das neue Terrarium habe, konnte ich immer häufiger Annäherungsversuche vom Männchen beobachten, die nicht sofort vom  Weibchen mit einer sofortigen Flucht beantwortet wurden. Schließlich kam es dann zur erhofften Paarung, und nur einen Monat später fand ich zwei aneinanderklebende Eier und überführte diese in einen selbstgebauten Inkubator. Bei einer Temperatur von ca. 28°C und einer Luftfeuchtigkeit von 80-90% schlüpften die kleinen Phelsumen nach 65 Tagen. Die Jungen haben eine sogenannte Jungtierfärbung mit vielen roten Punkten und Streifen . Sie sind derzeit in einem geräumigen Terrarium unter den gleichen Bedingungen mit einem Paar Rotkehlanolis untergebracht, die die kleinen Phelsumen ignorieren. Gefüttert werden sie täglich mit Grillen, Fliegen und Bananenbrei. Alles wird mit Vitaminpulver angereichert, da Vitamine im Wachstum sehr wichtig sind!
Haltungsbericht wurde uns zugeschickt, Danke!
 
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